Wie man Greenwashing-Studien erkennt

Wissenschaftler sind unentbehrlich, um das Industrieprojekt Elektromobilität durchzusetzen.

Denn Elektroautos sind teuer und nur von eingeschränktem Nutzen. Die Kosten für die Ladeinfrastruktur sind enorm. Aufgrund der Verlagerung von Wertschöpfung ins Ausland entsteht großer Schaden für die Wirtschaft.

Um für so etwas die Unterstützung der Öffentlichkeit zu gewinnen, braucht es wirkungsvolle Werbung. Was kann noch glaubwürdiger wirken als wissenschaftliche Studien, die E-Autos Klimavorteile bescheinigen?

Das ist angesichts der Faktenlage keine triviale Aufgabe:

  • In den meisten Ländern kann nur ein Teil des elektrischen Stroms aus erneuerbaren Energien hergestellt werden (in Deutschland z.B. nur knapp die Hälfte)
  • Lastschwankungen und neu hinzukommender Strombedarf können nur von fossilen Kraftwerken gedeckt werden, weil Wind- und Solarkraftwerke immer alles einspeisen; bei höherer Nachfrage mehr Strom produzieren können sie nicht
  • Mehr Stromverbrauch (z.B. von Wärmepumpen oder Elektroautos) bedeutet daher immer eine entsprechend höhere fossile Stromproduktion

Diese Betrachtungsweise beruht auf der Marginal- oder Differenzstromanalyse: Dabei wird untersucht, was sich verändert, wenn ein neues stromverbrauchendes Produktsegment hinzukommt. Ergebnis: Elektroautos fahren mit Fossilstrom; denn trennte man alle E-Autos vom Netz, so würden nur fossile Kraftwerke heruntergeregelt werden.

Diese Botschaft wäre dem Absatz von Elektroautos nicht dienlich. Eine Sichtung aktueller Publikationen ergab drei häufig genutzte Möglichkeiten, die Wahrheit unter den Tisch zu kehren:

  • Durchschnittsstrom verwenden

Dass jeder Verbraucher aus der Streckdose aus der Steckdose denselben durchschnittlichen Strom erhalte, entspricht der unmittelbaren Anschauung. Warum sollten für Elektroautos andere Regeln gelten?

Der Laie weiß nicht, dass bei einer Lebenszyklusbetrachtung die Auswirkungen des Hinzukommens oder des Entfalls einer ganzen Produktgruppe auf die gesamte Energieversorgung zu untersuchen sind. Darum fällt ihm nicht auf, dass mit der Durchschnittsstrombetrachtung ein virtueller Stromdiebstahl begangen wird. Denn Ökostrom ist kostbar und knapp; er hat bisher schon nicht ausgereicht, alle Verbraucher zu versorgen, sonst wären die fossilen Kraftwerke ja bereits alle abgeschaltet worden. Wer neu hinzukommenden Stromverbrauchern bilanziell Durchschnittsstrom zuweist, der auch Ökostrom enthält, muss diesen anderen Verbrauchern entziehen. An dieser Stelle wird offensichtlich, dass Elektroautos die Ökostromquote senken.

  • Auf den EE-Ausbau verweisen

Viele Elektroautofahrer verweisen darauf, dass die Stromerzeugung aus EE (in den meisten Ländern jedenfalls) kontinuierlich ausgebaut wird. Da sei er doch, der Ökostrom, mit dem sie ihre Autos betanken können.
Dass dieser Strom dann nicht mehr dazu dienen kann, fossile Kraftwerke herunterzuregeln; dass ihre Autos also auch in diesem Fall eine erhöhte Fossilstromproduktion verantworten  – das verschweigen sie lieber.

  • Einen aufgrund von Elektroautos erhöhten EE-Ausbau behaupten

Die meisten Länder haben sich unter Berücksichtigung der realen Möglichkeiten Ziele für den EE-Ausbau gesetzt. Fans der Elektromobilität machen sich zunutze, dass diese Ziele häufig in Prozent des Stromverbrauchs angegeben werden. Daraus leiten sie ab, es wäre gesetzlich festgelegt, dass höherer Strombedarf für Elektroautos aus EE erzeugt werden muss.
Schaut man sich die Gesetze (z.B. das deutsche EEG) aber genauer an, so sind die konkreten Ausbauziele in Wahrheit in absoluten MW formuliert und vom Bedarf unabhängig.


Somit stehen zwei recht einfache Kriterien zur Bewertung von Studien zur Gewinnung:

  1. Wird ein Durchschnittsstrommix verwendet?
  2. Wird der Bilanzierungstrick angewandt, Strom aus EE exklusiv für Elektroautos zu reservieren?

In beiden Fällen handelt es sich wissenschaftlich wertlose, affirmative Begleitforschung zur Elektromobilität.

Aber die Stromerzeuger reagieren doch auf die erhöhte Nachfrage?

In manchen Studien wird ein selbstdefinierter Strommix präsentiert. Dieser basiere auf der Modellierung von Szenarien, in denen der zusätzliche EE-Ausbau berücksichtigt werde, mit dem sich Stromerzeuger angeblich auf den Ladestrombedarf der Elektroautos vorbereiten.

Dahinter verbirgt sich der Versuch, die tatsächlichen Emissionen des Ladestroms durch das Hinzumischen von Ökostrom zu beschönigen. Eine einfache Frage genügt, um den Schwindel (oder Irrtum) auffliegen zu lassen: Was würde denn passieren, wenn alle Elektroautos schlagartig vom Netz getrennt werden? Ganz einfach: Aufgrund der Vorrangregelung für Ökostrom würden nur fossile Kraftwerke ihre Leistung verringern.

Tatsächlich handelt es sich hierbei um einen Täuschungsversuch, denn mit diesem Argument ließe sich jeglicher Strombedarf rechtfertigen (z.B. auch die Beheizung von Wohnungen bei offenen Fenstern).

Die Behauptung, Elektroautos könnten mit eigens für diese zusätzlich erzeugtem Ökostrom geladen werden, soll vertuschen, dass die Elektromobilität genau das Gegenteil dessen bewirkt, was sachlich geboten ist, um die Treibhausgasemissionen schnell zu verringern. Denn das effizienteste und sofort wirksame Mittel dazu ist Stromsparen. Der Verdrängungsstrommix ist (ebenso wie der Zusatzstrommix) fossil, die Einsparungen an CO2 sind daher groß. Neue Stromverbraucher wie Elektroautos verursachen aus eben diesem Grund sehr hohe Emissionen.
Jeglicher Zubau an Stromproduktion aus EE kann selbstverständlich auch vollkommen unabhängig von der Elektromobilität erfolgen – und nur dann vollständig zur Verringerung der fossilen Stromproduktion genutzt werden.