Das Internationale Wiener Motorensymposium und das Verbrennerverbot

Aufgrund der Verbotspläne lassen europäische Pkw-Hersteller neue Verbrennungsmotoren in Asien entwickeln

Das EU-Parlament hat morgen Gelegenheit, mit dem Verbrennerverbot eine große Dummheit zu begehen – mit fatalen wirtschaftlichen Folgen für große Teile Europas.

Folgt man der veröffentlichten Meinung, so ist man versucht zu glauben, das Ende des Verbrennungsmotors sei weltweit unaufhaltsam. Doch weit gefehlt: Tatsächlich ist die Fixierung auf das E-Auto ein Irrweg deutscher und europäischer Politiker – beraten von Quacksalbern und legitimiert von opportunistischen Wissenschaftlern, denen es wichtiger ist, für ihre Institute staatlich geförderte Projektaufträge zu akquirieren, als über die Realitäten der Energiewende aufzuklären.

Das weiß natürlich auch die Industrie. Vor diesem Hintergrund hatte der österreichische Motorenpapst Prof. Indra über das diesjährige Motorensymposium in Wien Interessantes zu berichten: *

  • Luca De Meo, Renault Group Chief Executive Office, „hat das gleich klargestellt und hat gesagt: Es gibt einen Plan A, und dahinter verbirgt sich die Elektromobilität. Aber es gibt auch einen Plan B. D.h. da wird weiter an den Verbrennungsmotoren gearbeitet.“
  • Dr. Andreas Gorbach, Member of the Board of Management of Daimler Truck AG:
    „… bei den großen Lkws gibt’s überhaupt nichts anderes als weiterhin den Verbrennungsmotor. Alle arbeiten auch am Verbrennungsmotor, der mit Wasserstoff betrieben wird.“
  • Volkswagen hat den neuen TSI-Motor vorgestellt:
    „…der alles hat, was man heute braucht, um einen effektiven Benzinmotor zu machen. Der hat Zylinderabschaltung, diesen integrierten Auspuffkrümmer, … dass man dahinter einen Turbolader mit variabler Geometrie machen kann.“
    „Und in diesem Vortrag wurde jetzt dieser so genannte TSI evo 2 vorgestellt, also die Weiterentwicklung diese Motors. Der wurde noch mehr verfeinert und noch sparsamer. Und am Ende deses Vortrags hat man das weitere Potential aufgezeigt, das da noch in dem Verbrennungsmotor drin ist, nämlich ganz hohe Verdichtung bis 16, das ist dann wahrscheinlich der evo 3, und Raumzündung, etwas, woran die ganze Welt arbeitet.“
  • Übrigens hat auch GM einen neuen Verbrenner vorgestellt, einen ganz neuen Vierzylinder-Turbo-Benziner“
  • Ford hat angekündigt, dass sie auch nach 2040 ganz viele Verbrennungsmotoren bauen werden.“
  • Also diese Ankündigungen, die es vor drei, vier Jahren gab (‚Jetzt ist der Verbrenner tot!‘) davon war heuer nichts zu merken.“

Das glauben Sie nicht? Hier ein Blick auf das diesjährige Programm des Symposiums:

  • Ningbo Geely Royal Engine Components Co., Ltd, Ningbo, China:
    Geely Jet-Zündsystem für 52,5% indizierten thermischen Wirkungsgrad
  • Ningbo Geely Royal Engine Components Co. Ltd, Ningbo, China:
    Entwicklung eines Zweizylinder-Zweitaktmotors für Range Extender-Anwendungen
  • CHINA FAW Group Co. Ltd., Changchun, China:
    FAW hocheffizienter emissionsfreier Miller-Zyklus-Wasserstoff-Verbrennungsmotor für CO2-Neutralität
  • General Motors, Warren, USA:
    Der neue 1.5L Turbomotor von General Motors
  • Hitachi Europe GmbH:
    Modellbasierte Regelung für Direkteinspritzung zur robusten Emissionsminderung am Ottomotor
  • Westport Fuel Systems Inc., Vancouver, Kanada:
    Verwendung der kommerziell erhältlichen Westport Fuel Systems HPDI-Technologie in Hochleistungs-Wasserstoffmotoren
  • Volkswagen AG, Wolfsburg:
    Ready for Future – Volkswagen’s neue TSI-Motoren-Generation
  • Porsche Engineering Services GmbH, Bietigheim-Bissingen:
    Wasserstoffbetriebener Ottomotor – Hohe Leistung, keine Emissionen
  • Aramco Overseas Company, Paris:
    Zero-Impact Emissionen eines PKW mit Ottomotor durch innovative Abgasnachbehandlung und bei Verwendung von E-Fuels
  • Umicore AG & Co. KG, Hanau-Wolfgang:
    Euro 7 Gesetzgebung – Herausforderungen für die Abgasnachbehandlung von Benzinmotoren
  • BMTS Technology GmbH & Co. KG, Stuttgart; Schaeffler Technologies AG & Co. KG, Herzogenaurach:
    Evolution eines SPCCI Motors mit Mageranteil durch Einführung eines Millerprozesses und elektrischer Turboaufladung
  • Daimler Truck AG, Stuttgart:
    OM471 – Der maßgeschneiderte Heavy-Duty-Nutzfahrzeugmotor für den weltweiten Einsatz bei Daimler Trucks
  • FEV Europe GmbH, Aachen:
    Der FEV-Weg zur nächsten Generation von HD-Motoren mit 55% Wirkungsgrad

Zur Zukunft des Verbrenners in Europa meint Indra abschließend:

Es sind mehrere, die Asiaten sowieso, auch Stellantis hat gesagt: ‚Natürlich arbeiten wir am Verbrenner weiter.‘ Renault hier mit dem Plan B. Und der BMW-Chef hat’s auch schon gesagt, es sind zurzeit eigentlich nur offiziell VW und Mercedes auf der rein elektrischen Schiene, wobei man bei Mercedes ja weiß, dass die ziemlich verbandelt sind mit China, und dort werden ja diese neuen Verbrennungsmotoren entwickelt, also die lassen quasi außerhalb Deutschlands entwickeln; schade ist natürlich, dass in diesen klassischen Automobilfirmen in Deutschland man das Thema noch nicht aufgreift (bei VW paradoxerweise am ehesten), sondern sich drauf verlasst, dass da in China, in Asien, die neuen Verbrenner entwickelt werden.
Es wär natürlich traurig, wenn dann irgendwann einmal diese Motoren aus Asien zurückgekauft werden müssen nach Deutschland. Also es geht da auch unheimlich viel an Knowhow verloren, und man kann nur hoffen, und das war zum Schluss natürlich auch die große Hoffnung beim Symposium, dass sich das wieder umkehrt.“

* Die Zitate sind aus einem Interview mit Indra des Youtube-Kanals „Alte Schule – die goldene Ära des Automobils“ transkribiert

Bild: https://de.wikipedia.org/wiki/Hofburg#/media/Datei:Wien_-Denkmal_Kaiser_Franz_I.(1).JPG

  1. Ja, es ist schon traurig wie viele sich von der Greenwashing Kampagne BEV vereinnahmen lassen. Den Herstellern ist es völlig egal, Subventionen lassen die Gewinne sprudeln und man wird halt die komplette Entwicklung und Wertschöpfung nach Asien verlagern und so noch mehr Rendite erzielen.
    Und wenn dann hier noch die Bombe platzt das Strom gar nicht aus der Steckdose kommt, man den denselben Strom nicht 2 mal verbrauchen und dasselbe Geld nicht 2 mal ausgeben kann bin ich mal gespannt wer wieder der Böse sein wird, der an allem Schuld ist. Sicher nicht diejenigen, die mit tendenziösen Wirkungsgradvergleichen die angeblich so überlegene E-Mobilität promoten. Da die ja so überlegen ist, weswegen logischerweise die Konkurrenz verboten werden muss. Völlig logisch.
    Ach ja, der schönste Betrug ist immer noch der Selbstbetrug… ich könnte ko…. bei so viel Ignoranz und Überheblichkeit. Aber wozu aufregen, wenn man gegen die Pumpe rennen will, dann muss das wohl so sein.
    Gruß
    Thorsten

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