Das Elektroauto – ein Provisorium

Nicht nur Marek Reichman, „Chief Creative Officer“ von Aston Martin, hält die Elektromobilität für eine Übergangslösung

Die Automobilindustrie hat das Elektroauto nicht gewollt. Das gilt auch für VW-Chef Herbert Diess. Ein Zitat von ihm aus dem Jahre 2018 in der Fachzeitschrift „Automobil Produktion“ ist hinreichend aufschlussreich, um hier noch einmal wiederholt zu werden:

Denn die Wahrheit ist: Sie stellen nicht auf Elektro um, sondern auf Kohlebetrieb. Und wenn Sie dann noch mit Kohlestrom fahren, wird E-Mobilität wirklich zum Wahnsinn.“… Es sei nicht sinnvoll, Elektroautos auf die Straße zu bringen, wenn der Strom für sie aus Kohle stamme: „Dann fahren wir mit Kohle statt Erdöl und produzieren mehr CO2 als heute.“

Irregeleitete Politiker haben die europäische Autoindustrie zu etwas gezwungen, von dessen Sinn sie bis heute nicht überzeugt ist. Timm Koch hat das in seinem Buch Das Super-Molekül prägnant zusammengefasst:

  • „Es zu machen ist billiger, als es nicht zu machen, hat mir mal ein Automanager gesagt, es ist sinnlos, aber es kostet weniger.“
  • „Man baue die E-Autos im Wissen, dass sie alles andere als die automobile Zukunft seien.“
  • „Es geht weder um die Umwelt, noch um die Kunden.“

Während in Europa viele noch glauben, die Tendenz gehe eindeutig, immer schneller und unumkehrbar in Richtung E-Auto, ist das Ende des Verbrennungsmotors fast im gesamten Rest der Welt kein Thema. Und wo weder eine aktuelle Marketingkampagne zu begleiten ist noch Verhandlungen über die nächste Runde staatlicher Subventionen bevorstehen, da trauen sich inzwischen immer mehr Entscheider der Industrie aus der Deckung und sagen offen ihre Meinung. So vor kurzem Marek Reichman, „Chief Creative Officer“ von Aston Martin, in einem Gespräch mit dem australischen Magazin „Drive“.

Die Elektrifizierung des Autos hält er keineswegs für „die Lösung“. Reichman sieht darin nur einen evolutionären Zwischenschritt auf dem Weg zu „Null-Kraftstoffen“ wie Biokraftstoff und Wasserstoff. Es gebe eine Reihe von Hürden, die verhindern, dass der Elektroantrieb mit dem über hundert Jahre bewährten Verbrennungsmotor konkurrieren kann:

  • Eine Aufladung in zwei Minuten, wie von Tankstellen gewohnt, werde es nie geben.
  • Woher sollen die Rohstoffe für Millionen Batterien kommen? Und das jedes Jahr?
  • Die nationalen Stromnetze und die elektrische Infrastruktur seien für diesen neuen Verbraucher ungeeignet; daran könnten innerhalb der bestehenden Netze weder Ladestationen noch die Aufladung in der heimischen Garage etwas ändern.

Reichman zufolge bieten PtG und PtL (Biokraftstoffe, E-Fuels und Wasserstoff) das größere Potenzial, sich zu einer langfristigen Energiequelle für den Verkehr zu entwickeln. Noch werde der Verbrennungsmotor geschmäht, aber das werde sich ändern, sobald Null-Emissions-Kraftstoffe verfügbar sind.

Reichman steht mit dieser Einschätzung nicht allein. Praktisch alle Automanager teilen seine Meinung. Was sie hingegen den Journalisten erzählen, hängt vorrangig davon ab, ob gewisse von ihnen zu verantwortende Investitionen in Milliardenhöhe sich innerhalb der Laufzeit ihrer Zielvereinbarungen rentieren müssen.
Tatsächlich dient die große Transformation der Autoindustrie einzig dem Zweck, Strafzahlungen zu entgehen und Subventionen einzustreichen. Im Grunde erwarten alle Hersteller, dass der Markthochlauf scheitern und es nicht zu einer Ablösung des Verbrenners kommen wird. *

Dafür wird es mehrere Gründe geben:

  • Die Kaufverweigerung der Kunden:
    Immer mehr Interessenten haben verstanden, dass praxistaugliche Reichweiten zu erschwinglichen Preisen ebenso wie die Aufladung in zwei bis drei Minuten ein Traum bleiben werden. Die Skepsis nimmt zu, wie die KfW zu ihrem eigenen Erstaunen vor kurzem feststellen musste.
  • Das Haushaltsdefizit des Staats:
    Eine Energiewende, welche die Verschrottung fast der gesamten Infrastruktur plant, wird Knappheiten an Ressourcen aller Art auslösen. Es wird an Personal, Rohstoffen, Zeit und Geld mangeln. Die Subventionen für E-Autos werden daher eher früher als später entfallen müssen.
  • Der zukünftige Konsens der wissenschaftlichen Veröffentlichungen:
    Wissenschaftler werden ihre Fähnchen dann erneut nach dem Wind ausrichten und fortan in einer Vielzahl staatlich geförderter Auftragsgutachten die verheerende Ineffizenz der Elektromobilität als Mittel zur Senkung der Treibhausgasemissionen bestätigen.

.

P.S.
Zum Einwand hoher Umwandlungsverluste der Synfuels sei auf diesen Beitrag hingewiesen:
Politisch gewollte Irreführung zur Wirtschaftlichkeit von Synfuels


* Tesla dürfte dies nicht unbedingt erwarten, aber gewiss befürchten. Manager von Toyota, Mazda und Stellantis haben sich ebenfalls skeptisch geäußert. BMW pocht immerhin auf Technologieoffenheit.

Bildquellen:
Firmenlogo
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/thumb/8/84/Aston_Martin.svg/640px-Aston_Martin.svg.png
Auto
Olli1800 – https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/6/6f/AMDB5No1.jpg/1024px-AMDB5No1.jpg

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