T&E hat E-Fuel-Abgaswerte in einer „Studie“ mit selbstgepanschtem Erdöl-Benzin ermitteln lassen

Transport & Environment war hier schon mehrfach Gegenstand der Kritik, so z.B. in diesem Beitrag: Camouflage: Zur vorgetäuschten Wissenschaftlichkeit eines Kampagnen-Pamphlets
Nun hat T & E sich auf die ihr eigene und ganz besondere Weise auch in die Synfuels-Debatte eingebracht – und angeblich Abgaswerte eines mit e-Fuels betriebenen Autos gemessen. Eine detailliertere Analyse folgt in Kürze, hier nur via Twitter der Verweis auf das Beweismittel sowie eine angemessene Entgegnung:

Nachtrag:
Die vom Umweltministerium mitfinanzierte Kampagnentruppe T&E hatte tatsächlich selbstgepanschte und auf Erdöl basierende Benzine verwendet. Mit E-Fuel-ähnlichem bio-basierten Posyn Ci11 hingegen kam Porsche zu ganz anderen Werten: Minus 18 % CO und minus 71 % NOx

https://twitter.com/KaiRuhsert/status/1472096559949037569

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6 Antworten auf “T&E hat E-Fuel-Abgaswerte in einer „Studie“ mit selbstgepanschtem Erdöl-Benzin ermitteln lassen”

  1. Das „allerbeste“ ist der Emissionswert, der dort angegeben wird, natürlich ohne jede Einordnung, denn das wäre kontraproduktiv. 20mg NOx/km sind nämlich ein Hauch von Nichts, mal davon ab, das die NOx Senkung durch E-Fuels soweit ich weiß Diesel Motoren betrifft und nicht den hier „getesteten“ Ottos.
    Aber wie dem auch sei, mal zum Vergleich, ein Kohlekraftwerk liegt bei 10-20mg/kWh, d.h. E-Autos verursachen das 20-40 fache an NOx. Oder nehmen wir mal die „Skandal“ Diesel, da lag man im RDE bei um die 1000mg/km, also Faktor 100! und wenn wir mal an die alten Ottos ohne Kat denken, lagen wir bei 2000-3000mg NOx/km. Ich hab es nicht nachgesehen, aber ich glaube nicht das der Fahrzeugbestand seit den 80ern um den Faktor 2-300 zugenommen hat.
    Schadstoffe werden ja gern von BEV Fans als letzter Trumpf gezogen (wobei die angeblich 100%ig Emissionfreien Fahrzeuge noch ausstehen, Reifen und Bremsen z.B. haben sie ja nach wie vor) fakt ist jedoch das die Schadstoffwerte der aktuellen Verbrenner, besonders seit EU6d-Temp in einem völlig unkritischen Bereich liegen. Und da die Fans das vermutlich auch oft wissen greift man dann zum bekannten Trick wie hier keine echten relationen zu zeigen. Gut, das Diagramm wäre auch doof gewesen wenn im Vergleich ein O-Kat Benziner gestanden hätte, der Balken der aktuellen wäre dann wohl nicht mehr zu sehen gewesen…..

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    1. „Aber wie dem auch sei, mal zum Vergleich, ein Kohlekraftwerk liegt bei 10-20mg/kWh, d.h. E-Autos verursachen das 20-40 fache an NOx.“
      Hmm – pro Kilometer braucht ein E-Auto 20/100 = 1/5 kWh; diese Rechnung scheint nicht ganz aufzugehen …

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      1. Sorry, hatte mich bei der ursprünglichen Rechnung verguckt und dann vorschnell (und leider falsch) hochgerechnet. Weiß gar nicht wie ich darauf kam, hätte mir eigentlich sofort auffallen müssen. Danke für den Hinweis!

        Also nochmal langsam der Reihe nach. Also laut Energy Charts haben die Braunkohlekraftwerke ein spezifischen NOx Emission von ca 600-800mg/kWh
        https://energy-charts.info/charts/emissions/chart.htm?l=de&c=DE&poll=nox&detail=specific&stacking=grouped&source=lignite
        Steinkohlerkraftwerke fehlen leider.
        Laut dieser Quelle haben die Kohlekraftwerke insgesamt 160.000t NOx ausgestoßen. Am Datum des Artikel würde ich vermuten das es sich um 2017 handelt. In diesem Jahr wurde laut Energycharts ca.216TWh Kohlestrom ins Netz eingespeist, mach also ca. 740mg/kWh im Schnitt, das passt zusammen.

        Dann hast du das UBA das für den Mix 2019 373mg/kWh angibt
        https://www.umweltbundesamt.de/themen/luft/emissionen-von-luftschadstoffen/spezifische-emissionsfaktoren-fuer-den-deutschen
        Das ist dann inkl. den relativ NOx freien Wind/PV/Atomstrom, Das war fast 50% des Stroms, passt also auch ganz gut wenn ich die 373 verdopple, zumal Gaskraftwerke inkl. den Biogasanlagen spezifisch ebenfalls recht viel NOx emittieren dürften (Biogasanlagen sind ja auch nur Verbrenner im Magerbetrieb)

        Also ergibt sich für einen Verbrauch von 15kWh100km dann:
        15 * 373/100 = 56mg/km, also Faktor 2-3 schon im Strommix
        Bei Marginalbetrachtung sind wohl das doppelte anzunehmen, d.h. Faktor 5.
        Die 15kWh halte ich persönlich für utopisch, zumindest im Mittel. Zusammen mit den Ladeverlusten kann ich mir nicht vorstellen das es weniger als 20kW/100km werden die das Netz liefern muss und die Emissionen beziehen sich ja soweit ich weiß ab Steckdose.
        Damit komm ich dann auf
        20*700/100 = 140mg/km, also das 7 fache.

        Bei den anderen vergleichen hab ich mich leider auch um Faktor 2 vertan, also ggü. einem RDE EU5 Diesel mit 1000mg/km wären die Emissionen also „nur“ noch Faktor 50 niedriger und ggü einem O-Kat Benziner Faktor 100-150. Es bleibt also ein extrem niedriger Wert.
        Was bei der Gelegenheit zu diesem Thema ganz interessant ist, falls du es noch nicht kennst, der ADAC macht den EcoTest und gibt dabei auch Schadstoffemissionen an (auch für E-Autos, aber halt mit dem Mix berechnet) und auch schon da kann man sehen das sich die E-Auto Fans beim Thema Schadstofffbilanz wohl besser zurückhalten sollten. Der ADAC gibt die Verbräuche übrig inkl Ladeverluste an, die beim normalen Laden entstehen, Mehrverbrauch im Winter oder durch Schnelladen fehlen hier natürlich noch
        Hier mal ela Beispiel ein E-Fahrzeug das sicher den Klimaschutz richtig nach vorne bringen wird
        https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/tests/ecotest/details/4515/volvo-xc40-recharge-pure-electric-twin-pro-awd/
        Beste Grüße
        Thorsten

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