Endlich: „E-Fuels Now – Ingenieure kämpfen für synthetische Kraftstoffe“

Unterstützt (oder getrieben) von meinungsbildenden Verbänden scheinen Politik und Rechtssprechung zu einer „Stranded Assets“-Politik und zu massiven Einschränkungen von individuellen Freiheiten entschlossen zu sein. Die bestehende Infrastruktur zur Nutzung von Gas und Rohölprodukten soll nahezu vollständig stillgelegt und damit entwertet werden. Ersatz für mehr als die Hälfte der bisherigen Energieversorgung ist bei Beibehaltung des bisherigen, auf Autarkie ausgerichteten Kurses nicht in Sicht.
Dafür gibt es keinen vernünftigen Grund. Sinnvoller wäre es, Rohölprodukte mit synthetischen Kohlenwasserstoffen zu ersetzen und diese in die vorhandenen Anlagen einzuspeisen. Synfuels dürfen jedoch aus ideologischen Gründen nicht diskutiert werden.

Nicht alle betroffenen Unternehmen wollen sich (wie zuvor die Verbrennungsmotorindustrie) widerstandslos zur Schlachtbank führen lassen. Der Verband der Mittelständischen Energiewirtschaft in Deutschland leistet konstruktiven Widerstand. Zitat:

E-Fuels sind ein spannendes Thema, das in Politik und Industrie für zahlreiche Diskussionen sorgt und auch in der Bevölkerung immer weitere Kreise zieht. Mittlerweile gibt es bereits Menschen, die sich privat und unbezahlt engagieren, um das Thema weiter in die Öffentlichkeit zu tragen. E-Fuels Now ist eine Gruppe von Ingenieuren und Fortschrittsbegeisterten, die sich für das Thema synthetische Kraftstoffe einsetzen, eine eigene Facebook-Gruppe gegründet haben und mit Petitionen und verschiedenen anderen Aktionen auf sich aufmerksam machen.“

Auch die Ausführungen über E-Autos finden meine volle Unterstützung:

„Man muss sich einmal klarmachen, wieviel Geld da wirklich ausgegeben wird – und das Ganze hat noch nicht mal einen Vorteil für das Klima. Denn gefördert wird lediglich ein Verbraucher, nämlich das E-Auto, das theoretisch mit nicht-fossiler Energie betrieben werden könnte. Am deutschen Strommix mit seinem hohen Kohleanteil ändert sich dadurch aber nichts. Würde man das Geld in den Aufbau einer Raffinerie für E-Fuels, zum Beispiel eben in Ländern wie Chile, investieren, dann hätte man genauso viel Geld ausgegeben, aber gleichzeitig Arbeitsplätze bei den Anlagenbauern gesichert, einen CO2- Kreislauf erschaffen und noch erneuerbare Energie zur Verfügung.“

Ich wünsche viel Erfolg!

3 Antworten auf “Endlich: „E-Fuels Now – Ingenieure kämpfen für synthetische Kraftstoffe“”

    1. Danke für den Hinweis.
      „Rechnet man die zur Verfügung stehenden Mengen nach dem heutigen Anteil an der Weltbevölkerung auf Deutschland herunter, stehen 770 Terawattstunden Wasserstoff beziehungsweise 640 Terawattstunden PtL zur Verfügung.“

      Das ist zwar eine Menge, wäre aber schon ein Engpass, wenn man den gesamten zu erwartenden Bedarf betrachtet. Allerdings wird hier m.E. unnötig konservativ gerechnet. Zitat:
      „Der PtX-Atlas berücksichtigt nur Regionen, in denen eine nachhaltige Produktion der Energieträger möglich ist. Konkret bedeutet das zum Beispiel, dass Standorte ausgeschlossen sind, an denen es zu Konflikten mit dem Naturschutz kommen könnte. Gleiches gilt für Regionen im Binnenland, wenn eine Elektrolysenutzung dort zu Wasserstress führen würde.“

      Dieses Argument hört man immer wieder: Im trockenen Binnenland gehe es nicht, weil die Elektrolyse Wasser benötigt. Was spricht denn dagegen, im Binnenland nur den Strom zu produzieren und diesen dann per elektrischer Leitung Elektrolyseuren in Hafennähe zuzuführen?

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      1. Das meine ich ja mit „Widerstand“, ebenso wie quasi auszuschließen das der Wirkungsgrad bei PtX Anlagen selbst und den PtX Verbrauchern nicht gesteigert werden kann. Aber wenn man selbst mit so pessimistischer Sichtweise schon auf fast ausreichende Mengen kommt heißt das doch das hier richtig was drin ist. Es wird aber wohl noch brauchen bis die mittlerweile liebgewonnene Verzichtsideologie aufgebrochen wird.

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