Chapeau Hannes Bader! – Für seine Idee wider den Durchschnittsstrom-Unsinn

Hannes Bader kenne ich nicht. Sein Einfall, wie dem Durchschnittsstrom-Denkfehler des durchschnittlichen E-Auto-Fans zu begegnen ist, nötigt mir aber einigen Respekt ab.

Es geht um Glaubensbekenntnisse wie dieses von einem gewissen Johannes, die sich in ähnlicher Form in vielen Foren finden:
„Das Märchen von 800 g/kWh ist widerlegt, genau so könnte man die Kohle-Emissionen der Stahlindustrie in die Schuhe schieben, wenn man gegen die argumentieren möchte. Oder Klimaanlagen. Der Durchschnitt in D liegt momentan irgendwo bei 400g/kWh und gilt für alle Verbraucher.“

Wieder und wieder habe ich mir den Mund fusselig geredet bzw. die Tastatur klapprig getippt, um zu erklären, dass der Durchschnittsstrom zur Bewertung zusätzlicher Verbraucher irrelevant und stattdessen eine Was-wäre-wenn-Betrachtung nötig ist.
Viele sind davon intellektuell überfordert; sie raffen’s einfach nicht. Sogar manche Wissenschaftler machen dies aus schlichter Unkenntnis falsch.
Bei anderen hat man es mit gewollter Ignoranz zu tun. Das ist immer dann der Fall, wenn das eigentliche Ziel soziale Distinktion ist: E-Auto-Fahrer wollen nicht darauf verzichten, sich als Angehörige einer ökologischen Avantgarde zu fühlen.

Bader fand nun tatsächlich einen neuen und leichter verständlichen Weg, des Wesen des Zusatzstroms zu vermitteln:

„Noch ein paar Sätze zum so genannten Strommix. Man stelle sich vor, wir wären im Jahr 1990 und hätten keinen Strom aus erneuerbaren Quellen, dann würde jeder sagen, dass es Schwachsinn ist, alles auf Strom und Akku umzustellen. Jetzt stelle man sich mal vor, wir wären im Jahr 2040 und hätten die gesamte Stromversorgung gerade so auf Erneuerbare umgestellt und hätten kein einziges E-Auto. Wenn dann jemand käme, um E-Autos in Verkehr zu bringen, da würde jeder sagen: Dann brauchen wir auch mehr Erneuerbaren Strom, sonst geht es nicht. Das Argument, wir können auch ein altes Gaskraftwerk anstellen und dann geht es, würde keiner mit Verstand gelten lassen, wenn es um die CO2-Bilanz geht. Auch dann zu sagen, wir hätten ja zu 90% sauberen Strom würde nicht greifen. Wir befinden uns irgendwo dazwischen. Warum soll es da richtig sein in einer solch frühen Phase auf E-Autos umzustellen?“

Wirklich clever argumentiert – denn genau so ist es!

Photo by Oleg Magni on Pexels.com

  1. Ich versuche dieses Thema anhand eines anderen Beispiels zu verdeutlichen, denn die Frage wie viel dem einzelnen Verbraucher rechnerisch zugeordnet wird ist völlig irrelevant…. zumindest wenn es wirklich darum geht den CO2 Gesamtausstoß zu senken (da bin ich mir nicht immer sicher)

    Nehmen wir mal an man hätte ein Geschäft A in dem man turnusmäßig gewisse Dinge kaufen möchte. Nennen wir die mal „Industriestrom“, „Haushaltstrom“ usw. und ein Geschäft B wo man bisher „Mobilität“ gekauft hat. In Geschäft A hat man bislang 100€ ausgegeben in Geschäft B 20€, wobei Geld für CO2 Ausstoß steht.
    Jetzt kann man für Geschäft A einen Gutschein bekommen der mit der Zeit immer größer wird (Ausbau EE) und man wäre jetzt bei 50€ angekommen und in Geschäft A gibt es jetzt auch „Mobilität“ zu kaufen, für 25€.
    Jetzt die Frage, sollte man Mobilität im Laden A oder B kaufen um insgesamt am günstigsten weg zu kommen. Die Antwort sollte klar sein.
    Wie rechnet aber der Verfechter der E-Mobilität? 50€ auf 100€ sind ja 50% Rabatt. Da es voll gemein wäre den Gutschein nicht auch auf die Mobilität anzurechnen heißt das ja das diese im Laden A ja nur 12,50€ kostet und das ist weniger 20€ im Laden B ergo muss man im Laden A kaufen um weniger zu bezahlen!!!!

    Danach kommt i.d.R. nichts mehr (wahrscheinlich weil sie verstehen das die „Gegenseite“ evtl Recht haben könnte) und mein Bonusfrage wie groß der Gutschein sein muss bis es sich wirklich lohnt nur im Geschäft A zu kaufen bleibt unbeantwortet ;-).

    Gruß
    Thorsten

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